Phillip Island Reisebericht von Marlena Frei

Phillip Island Reisebericht

Nach zwei Wochen in Melbourne, wurde es Zeit für mich meinen ersten Tagesausflug zu planen. Gemeinsam mit einem anderen Au pair, namens Isabel, buchte ich einen Daytrip zu Phillip Island. Die Insel ist ca. 2 Fahrtstunden von Melbourne entfernt und über eine Brücke erreichbar. Bekannt ist die Insel für die Pinguin Parade, die täglich hunderte von Besuchern an den Summerland Beach lockt. Jährlich kommen mehr als 520.000 Besucher, um das Spektakel zu beobachten. Damit gehört die Pinguin Parade zu den meistbesuchten Attraktionen in Australien. 26.000 Pinguine leben auf Phillip Island. Morgens watscheln die winzigen Zwergpinguine (in Australien little penguins oder fairy penguins genannt) ins Meer, um dort Fische zu fangen. Den ganzen Tag sind sie unterwegs, legen bis zu 50 km im Wasser zurück. Nach dem langen Tag kommen die Pinguine nach Sonnenuntergang in Gruppen wieder an Land. Dieses Spektakel wird Pinguin Parade genannt und ist mittlerweile eine bekannte Touristenattraktion.

Auch ich bezahlte $115 um die Parade am Abend und tagsüber noch andere Attraktionen auf der Insel erleben zu können. Wir buchten eine Tour bei Penguinislandtour.com.au die für den Preis wenigstens viel anboten.

Morgens um 11 Uhr wurden wir von einem kleinen Reisebus an der bekannten Flinder Street in Melbourne abgeholt. Der Busfahrer und Reiseführer erzählte uns schon zu Beginn der Fahrt einiges und führte uns den ganzen Tag lang locker und lustig durchs Programm. Nach einer Stunde Fahrt hatten wir unser erstes Ziel, Moonlit Sanctuary, erreicht. Dort gab es Lunch (zu meiner Erleichterung sogar ein vegetarisches Essen).

Wildlife Park
Wildlife Park

Danach hatten wir Zeit den Wildlife Conservation Park zu erkunden und vielen australischen Tieren zu begegnen. Zunächst sahen wir Wombats, Koalas, australische Vögel und Reptilien, die in kleinen Gehegen leben und mir fast schon etwas Leid taten. Fast war ich enttäuscht, doch dann kamen wir zu einem Rundweg, auf welchem Wallabies und Kängurus hüpften. Ich hatte am Eingang Futter für $2 gekauft und konnte die Tiere füttern.

Koalas im Wildlife Park
Koalas im Wildlife Park

Es war faszinierend. Die Tiere kamen ganz nah zu uns, ließen sich füttern, streicheln und man konnte Fotos mit ihnen machen. Es war ein tolles Erlebnis, das man auf jeden Fall gemacht haben muss, wenn man in Australien ist. Ein weiteres besonderes Ereignis wartete auf mich. Ich hatte für $15 extra die „Koala Experience“ gebucht, was bedeutete, dass ich einen Koala streicheln durfte. Es war faszinierend, ich genoss den viel zu kurzen Moment und habe nun tolle Erinnerungsfotos.

Koala Park
Koala Park

Nach einer weiteren Stunde Fahrt waren wir auf Churchill Island, die bekannt für eine Heritage Farm ist. Für uns war das nicht so spannend, da es außer Pferde, Schaafe, Rinder, Hühner und Schweine nicht viel zu sehen gab. Wir schauten uns etwas um und nutzten die Zeit, um uns zu unterhalten.

Nächster Stopp war das Koala Conservation Center auf Phillip Island. Dort erklärte uns der Reiseführer einiges über Koalas, die australischen Tiere, die bis zu 20 Stunden am Tag schlafen. Auf sogenannten „tree-top boardwalks“ konnte man Koalas in ihrem natürlichen Umfeld sehen. 26 Tiere leben in diesem Park, allerdings konnten wir nur ca. 7 Tiere entdecken, die meist schlafend in den Baumkronen hingen. Doch ein paar Tiere bereiteten uns und den anderen Besuchern eine Freude, indem sie wach oder näher am Rundweg waren. Es war faszinierend die Tiere zu beobachten und ich beschloss, dass der schlafsüchtige Koala ab jetzt zu meinen Lieblingstieren gehört. Bevor die Fahrt weiter ging, wurde uns von der Tour ein Afternoon Tea angeboten. Es gab Kaffe, Tee und Kekse.

Glücklich und gestärkt ging es zu den „Nobbies“, einer bekannten Region auf der Insel. Dort gibt es einen „Boardwalk“, von dem aus man eine bezaubernde Aussicht auf die Felsenformationen im Wasser hat. Die Landschaft, eine Mischung aus farbenfrohem Gras, intensiv blauem Wasser und faszinierenden Felsen war atemberaubend.

Nobbies Bildergalerie:

Leider hatten wir uns jedoch den falschen Tag für die Tour ausgesucht. Schon den ganzen Tag war das Wetter wechselhaft und kühl, doch als wir gegen Abend bei den Nobbies ankamen, spielte das Wetter ganz verrückt. Es regnete und stürmte. Es war windig und kalt. Wir versuchten trotz dem schlechten Wetter die Aussicht zu genießen, doch mussten uns anschließend bei einem heißen Kakao in der Cafeteria aufwärmen. Ich fühlte mich wie an der Nordsee und nicht wie in Australien…

Pinguin Parade am Strand
Pinguin Parade am Strand

Um 19 Uhr machten wir uns auf den Weg zu dem Highlight der Tour – der Pinguin Parade. Dort strömten riesige Menschenmassen durch das Touristen- & Informationszentrum zum Strand. Wir entdeckten den ersten Pinguin im Gras sitzen und waren fasziniert von dem kleinen Wesen.

Den ersten Pinguin gesichtet :-)
Den ersten Pinguin gesichtet 🙂

Wie alle anderen Besucher suchten wir uns einen guten Platz auf den Tribünen am Strand. Ranger bewachten das Geschehen und informierten darüber, dass Foto- & Videoaufnahmen strengstens verboten seien. Als es langsam dunkel wurde, konnte man die ersten Gruppen von Pinguinen am Strand entdecken. Die Menge war begeistert, jubelte laut. Gespannt saß man da, schaute sich um, hoffte weitere Tiere am Strand zu entdecken. Wir beobachten drei kleine Pinguine, die vom Strand zurück ins Wasser liefen und diesen Vorgang mehrmals wiederholten. Es schien, als wollten sie noch nicht an Land, als wollten sie lieber in den Wellen spielen. Wir warteten, bis wir einige Gruppen am Strand gesehen hatten und folgten dann den Empfehlungen der Ranger. Diese hatten uns vor dem Geschehen mitgeteilt, dass wir unbedingt rum laufen und dort Ausschau nach Pinguinen halten sollten. Denn vom Strand aus laufen die Tiere zu ihren Bauten an der Felsküste. Außerdem seien, besonders zu dieser Jahreszeit, viele Tiere den ganzen Tag am Strand, da sie nach einer Art „Federwechsel“ länger nicht ins Wasser könnten. Diese Vögel könne man jedoch beim Rundgang entdecken. Tatsächlich entdeckte man beim Spaziergang noch einige Tiere, die durch das Gras eilten. Es war wirklich sehr faszinierend und die Kälte hatte man ganz vergessen.

Glücklich und zufrieden begaben wir uns dann auf den Weg nach Melbourne, für den wir etwa zwei Stunden brauchten. Zwar hatte das Wetter nicht mitgespielt, doch trotz allem hatte ich einen tollen Tag mit vielen besonderen Erlebnissen hinter mir. Ich war total zufrieden mit der gebuchten Tour, mit dem was diese uns bot und genoss den Tag.

Bildquellen: © Marlena Frei

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One Thought to “Phillip Island Reisebericht von Marlena Frei”

  1. Ronny Mai

    Wahnsinn, wer hätte gedacht, dass es in Australien Pinguine gibt.. 😀

    Wie immer toller Bericht von dir, Marlena!!

    Grüße von Ronny aus Berlin

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