Mit dem Campervan unterwegs an der Ostküste Australiens

Melbourne Reisebericht - Ostküste Australien

Melbourne – in der wohl schönsten Stadt Australiens

In Melbourne begann das große Abenteuer, während gleichzeitig ein anderes endete. Nach drei Monaten bei meiner Gastfamilie, musste ich mich von ihnen verabschieden. Doch bevor es für mich zurück nach Deutschland gehen sollte, wollte ich durch Australien reisen.

Melbourne - 25.05. Ankunft von Mama :-)
Melbourne – 25.05. Ankunft von Mama 🙂

Am 25. Mai landete meine Mama in Melbourne. Spontan hatte sie sich dazu entschieden, mich in Australien besuchen zu kommen und mit mir die Ostküste zu bereisen. Ihre ersten Tage in Australien verbrachten wir in Melbourne. Ich zeigte ihr die Stadt, die für mehrere Monate mein Zuhause war, sie lernte meine Gastfamilie kennen und wir bereiteten alles für die Reise vor. Mit meiner Mutter wollte ich im Campervan von Melbourne bis nach Brisbane reisen. Ich wusste es würde für uns beide ein großes Abenteuer werden – und ich freute mich darauf.

28.05. Abenteuer im Camper
28.05. Abenteuer im Camper

Drei Tage später ging es los. Wir holten den Campervan ab und machten uns auf den Weg Richtung Norden. Blöderweise mussten wir mit dem Van durch die Großstadt fahren – und zwar mitten durchs Zentrum. Um ehrlich zu sein, die Fahrt war schrecklich. Seit Beginn des Jahres war ich nur noch Autos mit Automatik gewöhnt, auf einmal musste ich wieder schalten – und das mit links. Ich war noch nie zuvor ein so großes Auto gefahren und noch nie in einer Großstadt unterwegs. Es war definitiv eine Herausforderung, aber machbar. Erstes Ziel war Lakes Entrance. Die Verzögerungen am Anfang hatten dazu geführt, dass wir erst am Abend den Urlaubsort erreichten. Mit der App Wikicamps, die mir bei anderen Roadtrips in Australien immer hilfreich war, versuchten wir einen Campingplatz für die Nacht zu finden. Die Suche war komplizierter als erwartet, da einige Campingplätze im Winter abends früh schließen. Nach mehreren Versuchen fanden wir endlich einen Campingplatz. Vor uns lag die erste Nacht im Campervan.
Meiner Mama und mir war bewusst, dass es in Australien Winter war und es besonders zwischen Melbourne und Sydney kalt sein würde. Aus diesem Grund hatten wir uns von der Autovermietung eine Heizung ausgeliehen. Abends mussten wir enttäuscht feststellen, dass diese Heizung nicht funktionierte. Wir zogen alle Pullis, Jacken und Socken übereinander und kuschelten uns in die Schlafsäcke, die viel zu dünn waren. Auf uns wartete eine der kältesten und schrecklichsten Nächte unseres Lebens.
Der Start war nicht einfach. Schon am ersten Tag hatten wir mit einigen Problemen zu kämpfen und vieles lief anders als geplant. Doch in Australien habe ich gelernt, dass all dies zum Reisen einfach dazu gehört und es sonst viel zu langweilig wäre.

Am nächsten Tag erkundeten wir Lakes Entrance. Auch tagsüber war es kalt und windig. Am Wasser entdeckten wir Pelikane und schwarze Schwäne. Wir gingen etwas am Strand entlang und machten begeistert Fotos.
Danach ging die Fahrt weiter. Wir machten eine Pause in dem kleinen Küstendorf Eden. Dort suchten wir uns eine schöne Picknickbank mit Blick aufs Meer für unser Mittagessen. Zu diesem Zeitpunkt hätte ich nicht gedacht, dass Eden zu einem meiner Lieblingsorte werden würde. Während wir am Picknicken waren, glaubte meine Mutter Delfine im Wasser zu sehen. Sie hatte recht.

29.05. Delfine in Eden
29.05. Delfine in Eden

Im Wasser waren große Gruppen von Delfinen unterwegs, die immer wieder freudig aus dem Wasser sprangen oder sich mit den Wellen Richtung Strand spülen ließen. So schnell wie möglich rannte ich mit meiner Kamera an den Strand und versuchte diesen unglaublichen Moment einzufangen. Doch das Beeilen wäre nicht nötig gewesen. Im Wasser waren unglaublich viele Delfine unterwegs. Immer wieder konnte man die Tiere im Wasser entdecken. Trotz Faszination und Begeisterung mussten wir irgendwann weiterfahren. Unser nächstes Ziel war Pambula Beach. Laut Reiseführer sollten sich dort auf dem Golfplatz häufig Kängurus aufhalten. Den Golfplatz fanden wir leider nicht, doch mitten in dem kleinen Ort saßen viele Kängurus auf einer Wiese.

29.05. Pambula Beach Kängurus
29.05. Pambula Beach Kängurus

Natürlich hielten wir an und versuchten uns vorsichtig den australischen Tieren zu nähern. Nach fünf Monaten in Australien hatte ich natürlich schon einige Kängurus gesehen. Doch noch immer faszinierten mich die Tiere und ich freute mich wenn ich welche entdeckte. Für meine Mama war dieser Abend ein ganz besonderer, denn sie sah zum ersten Mal ein Känguru. Mit Respekt näherte sie sich den australischen Beuteltieren. Für uns beide war dies ein toller Moment und meine Mama konnte es gar nicht glauben, dass sie in nur wenigen Stunden Delfine und Kängurus gesehen hatte. Bereits zu diesem Zeitpunkt war sie überglücklich, dass sie nach Australien gereist ist. Ich hatte ihr nicht zu viel versprochen – eine Reise nach Australien lohnt sich!
Die Nacht verbrachten wir in Merimbula auf einem Campingplatz, wo wir gemeinsam kochten. Glücklicherweise konnten wir uns von der Rezeption eine Heizung ausleihen, sodass wir in einem warmen Camper einen gemütlichen Abend verbringen konnten.

Bevor wir am nächsten Morgen frühstückten und uns auf den Weg zum nächsten Ziel machten, fuhren wir zu einem Boardwalk, der am Wasser entlang führte. Es war ein schöner morgendlicher Spaziergang.

30.05. Merimbula Boardwalk
30.05. Merimbula Boardwalk

Zum Frühstücken fuhren wir zurück zum Campingplatz, denn dort wurde ein gemeinsames Pancake-Essen angeboten.
Frisch gestärkt ging die Reise weiter nach Batemans Bay. Die Stadt ist als beliebtes Ferienziel für die Bewohner der australischen Hauptstadt Canberra bekannt. Vermutlich waren wir am falschen Ort, denn was wir von der Stadt sahen war eher enttäuschend. Wir schauten uns ein paar kleine Strände an und gingen einkaufen.
Pebbly Beach sei ein Strand, an dem sich Kängurus aufhielten. Aus diesem Grund fuhren wir gegen Abend in den Murramarang Nationalpark. Es war schon ziemlich düster als wir an dem Strand ankamen. Der Parkplatz war direkt am Wald, danach folgten eine Wiese und der Sandstrand. Am Strand selbst waren leider keine Kängurus zu entdecken. Doch auf der Wiese waren einige zutrauliche Tiere, die sich sogar streicheln ließen. Der Weg hatte sich gelohnt!
Es wurde zunehmend dunkler und gleichzeitig unheimlicher. Wir waren die einzigen Menschen weit und breit. Wir waren alleine in einem Nationalpark, ohne Empfang. Auf dem Rückweg versuchten wir nicht an mögliche Pannen oder Unfälle zu denken, denn wir wären in dem Wald verloren gewesen. Auf dem Weg zum nächsten Ziel suchten wir uns einen Campingplatz.

Am 31. Mai wollten wir zum Hyams Beach, dem weißesten Sandstrand der Welt, fahren. Ich hatte mich sehr auf diesen Tag gefreut. Die Bilder, die ich von dem Strand gesehen hatte, waren traumhaft! Der Sand fein und weiß wie Schnee. Das Wasser türkisfarben und glasklar.

31.05. Hyams Beach
31.05. Hyams Beach

Leider lief wieder alles anders als erhofft. Durch die kalten Nächte hatte ich mich erkältet und fühlte mich nicht gut. Außerdem hatte sich das Wetter verschlechtert und es regnete beinahe durchgehend. Doch trotzdem gingen wir an den weißesten Strand. Nass sah der Strand leider nicht ganz so weiß aus und auch die dunkle Wolkendecke über dem Meer störte. Trotz allem fühlten wir uns, als seien wir im Paradies gelandet. Wir versuchten uns den Tag durch das schlechte Wetter nicht versauen zu lassen und nutzten die kurzen Regenpausen, um am Wasser entlang zu spazieren, Fotos zu machen und uns im nassen, weißen Sand zu verewigen. Leider hatten wir die Tage genau geplant und konnten keinen weiteren Tag an dem Strand verbringen. Wir entschieden uns nach Huskisson zu fahren, wo wir zu Mittag aßen. Abends gingen wir in Wollongong in ein Shoppingcenter- dies schien die beste Möglichkeit für einen kalten Regentag zu sein.

01.06. Bulli Lookout
01.06. Bulli Lookout

Auch für den nächsten Tag waren Regenschauer gemeldet. Auf dem Weg nach Sydney hielten wir bei einem Lookout, einem Hindu Tempel und den sogenannten Kelly Falls.
Am Abend kamen wir in Sydney auf einem zentrumsnahen Campingplatz an, wo wir die Nacht verbrachten.

Sydney – In der größten Stadt Australiens

Aus Krankheitsgründen mussten wir die Pläne für den nächsten Tag spontan ändern. Zwar fuhren wir trotzdem in die Stadt, allerdings hatten wir nicht genug Kraft, um die Großstadt zu erkunden. Abends gingen sie zum Paddy´s Market in Chinatown. Im unteren Stockwerk befinden sich verschiedene Stände. Von Obst, über Souvenirs bis zu Kleidung und Technik wird, ähnlich wie beim Queen Victoria Market, alles angeboten. Oberhalb davon befindet sich ein großes Einkaufszentrum. Wir bummelten etwas durch die Läden, bevor wir zum Darling Harbour gingen. Wir hatten das große Glück, das VIVID Festival miterleben zu können. Vom 27. Mai bis zum 18. Juni wurde die australische Großstadt von einer abendlichen Lichtershow verzaubert. Die ganze Stadt erleuchtete in bunten Farben. Musik, Vorführungen, Stände für Kinder und das Lichterschauspiel lockten in diesem Jahr 2,3 Millionen Besucher nach Sydney – und wir waren dabei. Staunend standen wir am bekannten Darling Harbour, fasziniert von den verschiedenen Licht-, Musik- und Laservorführungen, die in kurzen Abständen auf dem Wasser stattfanden. Von Darling Harbour liefen wir bis zum Circular Quay, von wo aus man das Opera House sehen konnte. Dieses wurde mit wechselnden Aborigini Kunstwerken beleuchtet und sah wunderschön aus. Ebenso war „The Museum of Contemporay Art“, das am Circular Quay steht, bunt erleuchtet. Es war eine Show der Extraklasse, die ganz Sydney in ein anderes Licht tauchte.

02.06. Sydney Opera House Vivid Festival
02.06. Sydney Opera House Vivid Festival

Leider fing es dann zu regnen an, sodass wir nicht bis zum Opera House, sondern zurück ins Hotel fuhren. Glücklicherweise hatten wir uns für eine Nacht ein Hotelzimmer zentral in Sydney gebucht, sodass wir nicht zurück zum Campingplatz fahren mussten. Was ein Luxus!

Am nächsten Tag hatten wir endlich genügend Zeit Sydney zu erkunden. Vom Hotel aus liefen wir zum Hyde Park, dem ältesten öffentlichen Park in Australien. Danach besichtigten wir die Saint Mary´s Cathedral, eine römisch-katholische Kathedrale, die der Sitz des Erzbischofs des Erzbistums Sydney ist. Die State Library of New South Wales kann man nicht mit der beeindruckenden Bibliothek in Melbourne vergleichen. Etwas enttäuscht betraten wir das Gebäude, doch zu unserer Überraschung entdeckten wir eine interessante Bilderausstellung. Von der Bibliothek aus war es nicht mehr weit bis zum botanischen Garten. Der zweihundert Jahre alte Garten lädt zum Entspannen, Erkunden und Spazieren ein. Verschiedene Bereiche und eine Vielzahl an Pflanzen gehören zu den Besonderheiten dieses Gartens. Mit Begeisterung durchquerten wir den 30 Hektar großen Park, der an das Opera House anschließt. Diese typisch australische Sehenswürdigkeit wollten wir uns natürlich nochmal bei Tageslicht anschauen.

03.06. Sydney Opera House
03.06. Sydney Opera House

Als ich im Januar das erste Mal vor dem weltbekannten Gebäude stand, war ich fast etwas enttäuscht: Von nah sah das Opera House nur halb so schön aus wie auf den weltbekannten Fotos. Doch trotzdem hat das Opernhaus etwas Faszinierendes und lockt tausende von Besuchern an. Gemeinsam mit meiner Mama erkundete ich das Opera House von allen Seiten, machte Fotos aus allen Perspektiven und genoss die Atmosphäre rund um diese Touristenattraktion. Wir gönnten uns einen Snack in der Opera Bar.

03.06. Sydney Harbour Bridge
03.06. Sydney Harbour Bridge

Mit Blick auf die Harbour Bridge und das Opera House genossen wir unser Mittagessen (soweit die gierigen Möwen das zuließen). Unsere Tour führte uns zum Circular Quay und dem bekannten Hafenviertel The Rocks, von wo aus man die perfekte Sicht auf die australischen Sehenswürdigkeiten hat. Wir gingen die lange George Street entlang Richtung Darling Harbour. Dort setzten wir uns in das Lindt Café und gönnten uns einen Schokotraum. Von dem Café aus hatte man eine gute Sicht auf den Hafen, wo erneut die Shows des Vivid Festivals tausende von Besuchern beeindruckten. Doch wie auch am Abend zuvor, machte das Wetter den Besuchern einen Strich durch die Rechnung und es begann zu regnen. Wir machten uns auf den Weg zurück. Bis wir beim Hotel ankamen, waren wir durchnässt. Doch leider wartete auf uns keine gemütliche Nacht im Hotel, sondern wir mussten unser Gepäck abholen und mit dem Zug zurück zum Campingplatz fahren.

Als wir am nächsten Tag aufwachten, glaubten wir unseren Augen kaum. Es regnete und regnete. So wie es aussah, hatte es die Nacht durchgeregnet. Alles stand unter Wasser und beim Verlassen des Campingplatzes wurden wir vor Aquaplaning gewarnt. Na super!
Entgegen unserer Hoffnung verbesserte sich das Wetter auch im Laufe des Tages nicht. Unser nächstes Ziel war „The Entrance“, ein Küstendorf, das für seine Pelikane bekannt ist. Als der Regen kurz nachließ machten wir ein paar Fotos von den Pelikanen. Mehr sahen wir von dem Urlaubsort leider nicht.

04.06. The Entrance - Pelikane

Aufgrund unseres straffen Zeitplans entschieden wir uns dazu, weiter nach Newcastle zu fahren. Von der Stadt erhofften wir uns ein Shoppingcenter. Doch wir fanden keins und endeten stattdessen in einem Pub zum Abendessen. Nach einem kurzen Einkauf fuhren wir weiter, bis wir auf einem Campingplatz die Nacht verbrachten. Freundlich informierte uns der Besitzer über eine Windwarnung, weshalb wir unter keinem Baum schlafen sollten. Lustig, wenn man bedenkt, dass der ganze Campingplatz (falls man dieses heruntergekommene Stück Land überhaupt so nennen kann) voller Bäume war…

Der Dauerrregen hielt leider auch am nächsten Tag an. Wir flüchteten in ein Einkaufszentrum, wo wir gelangweilt versuchten den Tag rum zu bekommen. Immer wieder schauten wir hoffnungsvoll nach draußen, doch der Regen wollte nicht aufhören. Wir entschieden uns Port Stephens aus unserem Plan zu streichen und stattdessen das schlechte Wetter für lange Autofahrten zu nutzen. Doch Vorsicht war geboten. So heftigen Regen hatte ich noch nie erlebt. Immer wieder hielten Autos am Straßenrand, weil man durch den starken Regenfall nichts erkennen konnte und befürchten musste, dass man die Kontrolle über sein Auto verlor. So ein Wetter hatten wir uns im sonnigen und warmen Australien nicht vorstellen können.

Nach zwei Tagen Dauerregen freuten wir uns riesig, als am nächsten Tag die Sonne schien. Wir fuhren nach Port Macquarie und erkundeten den Badeort im Trockenen. Zum Mittagessen fuhren wir an einen Strand in Port Macquarie. Ein Einheimischer sprach uns an und teilte uns mit, dass der Sturm den Strand verwüstet habe. Der Dauerregen war also kein normales australisches Wetter, sondern ein außergewöhnlicher Sturm gewesen. Und wir hatten natürlich mal wieder das Glück, genau an diesen Tagen unterwegs zu sein.
In Port Macquarie gibt es ein Koala Hospital. Um 15.00 Uhr nahmen wir dort an einer kostenlosen Führung teil. Wir sahen zu, wie die süßen Tiere gefüttert und ärztlich versorgt wurden und erfuhren etwas über das Schicksal der einzelnen Tiere. Der Sinn des Koala Hospitals ist es, Koalas zu retten und  kranke oder verletzte Tiere aufzunehmen, bis diese wieder in der Lage sind in der Wildnis zu leben. Ziel ist es also geheilte Tiere wieder in ihren ehemaligen Lebensraum auszusetzten, was bei einigen Dauerpatienten leider nicht möglich ist. Fasziniert hörte ich den Worten der engagierten freiwilligen Mitarbeiterin zu und stellte bewundernd fest, wie viel Liebe den Koalas in dieser Einrichtung geschenkt wird. Anders als in Tierparks und Zoos will man ausschließlich das Beste für die Tiere – was im Normalfall ein Leben in Freiheit ist.

06.06. Port Macquarie Koala Hospital
06.06. Port Macquarie Koala Hospital

Ein kurzer Stopp am Shelly Beach und das Betrachten des Sonnenuntergangs, dann ging die Fahrt weiter nach Nambucca Heads.

06.06. Port Macquarie
06.06. Port Macquarie

Am nächsten Morgen frühstückten wir auf dem Campingplatz mit Blick aufs Meer – ich liebe es so in einen neuen Tag zu starten. Von Nambucca Heads fuhren wir zu dem Wasserfall „Dangar Falls“ in Dorrigo. Dort konnte man den Wasserfall von  oben aus bewundern oder einige Meter in die Tiefe gehen, um am unteren Ende des Wasserfalls zu stehen. Während meiner Zeit am anderen Ende der Welt hatte ich viele Wasserfälle gesehen und jeder einzelne hatte mich fasziniert.

07.06. Dangar Falls
07.06. Dangar Falls

Nächstes Ziel war Coffs Harbour, eine bekannte australische Küstenstadt, für die wir uns mal mehr Zeit nehmen wollten. Als erstes fuhren wir zu der Big Banana, die Coffs Harbour so bekannt gemacht hat. Allerdings frage ich mich noch immer, was an dieser großen, gelben Banane so besonders ist. Sie soll als Symbol für die Bananenindustrie stehen, doch hat eigentlich nichts Besonders an sich. Weil es jeder so machte, stellten wir uns für ein Foto auch lachend vor die Banane. Danach picknickten wir am Jetty Beach und gingen gemütlich am Strand spazieren. Wir liefen auf dem Jetty, einem Steg, entlang und genossen die Aussicht.

07.06. Coffs Harbour Big Banana
07.06. Coffs Harbour Big Banana
07.06. Coffs Harbour Jetty
07.06. Coffs Harbour Jetty

Am Abend machten wir einen gemütlichen Spaziergang am Park Beach, wo ebenfalls deutliche Verwüstungen durch den Sturm zu erkennen waren.
Wir hatten uns dazu entschieden in Coffs Harbour zu übernachten, um den Abend in einer größeren Stadt genießen zu können. Wir wollten einen Abend mal nicht nur in unserem Camper hocken. Meistens blieb uns jedoch nichts anderes übrig, da Australiens Kleinstädte abends regelrecht tot sind.
Doch auch Coffs Harbour hatten wir überschätzt. Die Auswahl der Restaurants war erbärmlich, sodass wir bei einem Mexicaner endeten, der uns kalte Burritos brachte und um 21 Uhr aus dem Laden verscheuchte, um pünktlich Feierabend machen zu können. Nach dem Abendessen gingen wir durch die Stadt, die zu unserer Enttäuschung ebenfalls tot war. Kaum eine Menschenseele war unterwegs, alle Läden waren geschlossen und das um 21 Uhr! Also gingen wir nach einem kurzen Spazierang enttäuscht zurück auf den Campingplatz.

08.06. Byron Bay Lighthouse
08.06. Byron Bay Lighthouse

Am nächsten Morgen mussten wir früh aufstehen, da uns eine lange Fahrt bis nach Byron Bay bevor stand. In Byron Bay machten wir eine Wanderung zum östlichsten Punkt des australischen Festlandes. Es war ein schöner Weg, von dem man eine wunderschöne Aussicht auf das Meer hatte. Als wir an dem bekannten östichsten Punkt ankamen, sahen wir einen Wal, der zwei Mal aus dem Wasser sprang. Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Ich hatte in Australien schon so viel gesehen und entdeckt, doch ich hatte nie damit gerechnet einen Wal zu sehen. Weiter ging die Wanderung bis zum Leuchtturm. Auf diesem Weg entdeckten wir ein Wallabie. Der Weg hatte sich auf jeden Fall gelohnt.
Danach fuhren wir ins Zentrum. Byron Bay ist mit keinem anderen Ort zu vergleichen. Eine Kleinstadt, die vielfältiger kaum sein könnte. Egal ob Backpacker, junge Familien, Feierlustige, Surfer oder Künstler, in diesem Ort ist jeder Willkommen. Außerdem strahlte diese Kleinstadt eine beeindruckende Ruhe und Gelassenheit aus. Diese Atmosphäre faszinierte mich, ich fühlte mich sofort wohl und wünschte mir, ich könnte etwas von diesem lockeren Lebensstil mit nach Hause nehmen.
Mit meiner Mama setzte ich mich an den Strand und ließ mir mein Mittagessen schmecken. Überall waren große Menschengruppen versammelt. Doch im Gegensatz zu anderen Orten war es nicht unangenehm, sondern faszinierend. Die verschiedensten Menschen saßen zusammen, tranken, lachten, redeten, kifften oder genossen die Atmosphäre der Stadt. Es schien als würde jeder einzelne das Leben in vollen Zügen genießen, ohne sich Sorgen um irgendetwas zu machen. Alle wirkten glücklich, ausgeglichen und zufrieden.
Gegen Abend gingen wir am Strand spazieren und sahen einen der schönsten Sonnenuntergänge. Begeistert machte ich Fotos. Dieses idylische Örtchen lag in rot- orangenem Licht. Eine Gruppe Musiker hatte sich am Strand zusammen gefunden und musizierte. Ohne Zwang, ohne Absprachen. Wer wollte kam dazu und machte einfach mit. Ein begeistertes Publikum bildete sich um die musikalische Gruppe. Die Menschen klatschten, sagen und tanzten zu der Musik. In Byron Bay schien alles erlaubt zu sein. Dort scheint es keine Regeln und Gesetze zu geben. Menschen saßen am Strand, genossen den Sonnenuntergang. Manche spielten noch am Strand. Surfer waren im Wasser. Die letzten mutigen Schwimmer trauten sich ins kalte Meer. Im Gegensatz zu jedem anderen Ort, war Alkohol in der Öffentlichkeit erlaubt (oder keiner hielt sich an das Verbot). All das machte Byron Bay zu einem meiner Lieblingsorte und hätten wir keinen Zeitdruck gehabt, wäre ich gerne länger dort geblieben.
Auch auf dem Campingplatz war einiges los. Bisher waren wir meistens auf verlassenen Plätzen, wo wir immer alleine in der Küche oder im Bad waren. In Byron Bay war es anders. Gruppen junger Leute saßen zusammen, kochten und hatten Spaß.
Nach einem leckeren Abendessen gingen wir nochmal in die Stadt. Der kleine Küstenort war auch am Abend noch lebendig. Bars und Cafés hatten noch geöffnet und boten Livemusik an. Straßenmusiker zeigten ihre Talente. Überall saßen junge Menschen zusammen. Ich verstand, wieso Byron Bay bei Backpackern so beliebt ist. Meine Mutter und ich genossen den Abend in einer Bar und lauschten der Livemusik eines jungen, talentierten Künstlers. Was ein schöner Abend! Was ein toller Tag!

08.06. Byron Bay Sunset
08.06. Byron Bay Sunset

Am nächsten Morgen entdeckten wir beim Weiterfahren einen kleinen Markt. Wir entschieden uns dazu kurz über den Markt zu schlendern und waren erneut begeistert. Diese Gelassenheit der Menschen war auch hier zu spüren. Ich bewunderte die jungen Eltern, die ihre Kinder in dieser entspannten Stadt groß zogen. An den Ständen boten die Händler verschiedenste Waren an. Auch hier war Livemusik. Doch für uns musste es weiter gehen, wir mussten uns von Byron Bay verabschieden.
Doch auch unser nächstes Ziel „Surfers Paradise“ begeisterte uns. Ein traumhafter Strand mit der Skyline im Hintergrund, gab ein tolles Bild ab. Die meiste Zeit verbrachten wir am Strand. Genossen das Wetter, die Aussicht, gingen spazieren und meine Mutter traute sich ganz tapfer ins Meer. Wir genossen das Strandleben und das sommerliche Wetter. Vom Winter und dem Sturm der vorherigen Tagen war hier nichts mehr zu merken.

09.06. Surfers Paradise Beach
09.06. Surfers Paradise Beach

Abends bummelten wir durch das Stadtzentrum. Surfers Paradise hat eine tolle Innenstadt, mit vielen schönen Geschäften, einer Fußgängerzone, Einkaufszentren aber auch einer „Partymeile“. Dort setzten wir uns am Abend in eine Bar und beobachteten die aufgebrezelten Australier, die knapp bekleidet und auf hohen Schuhen in die Clubs stolzierten. Endlich waren wir dort, wo auch abends etwas los war!

09.06. Surfers Paradise
09.06. Surfers Paradise

Brisbane – Eine Stadt, in der es nie Winter wird

Am Freitag, den 10. Juni ging es für uns bereits nach Brisbane, unserem letzten Stopp.
Wir hatten im Voraus einen Campingplatz in der Nähe des Zentrums rausgesucht und reserviert. Dort checkten wir am Morgen ein, stellten unseren Camper ab und fuhren mit dem Bus in die Innenstadt. Wir folgten dem Tipp einer Frau, die uns mitteilte, in dem Busticket sei eine Schifffahrt inbegriffen. Also fuhren wir als erstes mit dem Schiff. Zwei Stunden saßen wir auf dem Boot und langweilten uns irgendwann.

10.06. Brisbane Southbank
10.06. Brisbane Southbank

Danach zeigte ich meiner Mutter Brisbane Southbank, den Stadtteil, der mir bereits bei meinem ersten Besuch im März sehr gefallen hatte. Hier, auf der andere Seite des Flusses, bekam man nichts von der Hektik der Stadt mit. Wir picknickten und schlenderten am schön angelegten Flussufer entlang. Dann überquerten wir die Fußgängerbrücke und gingen ins Zentrum der Stadt, auch CBD genannt. Wir bummelten durch die Geschäfte und entschieden uns wieder zu Southbank zu gehen, um dort in aller Ruhe unseren letzten Abend bei einem Abendessen ausklingen zu lassen.
Keiner von uns konnte glauben, dass es bereits unser letzter Abend war. Die Zeit verging wie im Flug. Ein letztes Mal gingen wir in unserem Camper, der zwei Wochen lang unser Zuhause war, schlafen.

10.06. Brisbane
10.06. Brisbane

Es war absehbar, dass der nächste Tag stressig werden würde. Morgens mussten wir alles um- und einpacken, den Camper aufräumen und sauber machen. Danach mussten wir tanken und die Gasflasche auffüllen lassen. Dann erst konnten wir den Campervan bei der Vermietung zurück geben. Von dort aus fuhren wir mit einem Uber (privaten Taxi) in die Innenstadt. Mittags ging Mamas Flug und ich hatte für die nächste Nacht ein Hostel gebucht. Ich brachte mein Gepäck dort hin. Ich hatte unglaublich viel Gepäck, da ich Essensreste und Decken für mein nächstes Campabenteuer mitschleppte.

Mit Mamas Gepäck gingen wir Richtung Southbank und versuchten unsere letzten gemeinsamen Stunden zu genießen. Leider war alles mit Koffer, Handgepäck und den sommerlichen Temperaturen nur noch anstrengend. Nach dem Lunch, brachte ich meine Mama zum Airtrain, mit dem sie zum Flughafen fahren wollte. Dann hieß es Abschied nehmen, was uns schwerer fiel, als wir beide erwartet hatten. Zwar würden wir uns in nur wenigen Wochen wieder sehen, jedoch war unsere gemeinsame Zeit vorbei, was wir beide sehr schade fanden.
Wir hatten in den 2,5 Wochen viel gesehen und erlebt. Meine Mama hat das Camperleben und mein Leben in Australien kennen gelernt und sich genauso wie ich in das vielseitige Land verliebt. Wir beide waren froh, dass sie den langen Flug, die Kosten und Anstrengungen auf sich genommen und mich am anderen End der Welt besucht hatte.
Gemeinsam haben wir ein kleines Abenteuer erlebt, das uns keiner mehr nehmen kann. In meiner Zeit in Australien musste ich oft über mich hinauswachsen und Dinge tun, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte. Und so ähnlich ging es meiner Mutter. Vor einem halben Jahr hätte sie nicht damit gerechnet den langen Flug, ans andere Ende der Welt, alleine zu meistern, einen großen Camper auf der linken Fahrspur zu fahren und in diesem kleinen Camper in einem Chaos und Dreck zu leben. Aber in Australien ist alles anders und so war alles sehr entspannt und schön. Zwar muss man sagen hatten wir einige „Probleme“, wie das Wetter oder unsere gesundheitlichen Probleme, doch für alles fanden wir eine Lösung. Und am Ende ist man froh, wenn man mit keinem größeren Problem kämpfen musste.
Es war definitiv eine aufregende Zeit, die wir beide ein Leben lang in guter Erinnerung behalten werden. Und ich möchte mich nochmal bei meiner Mama bedanken, dass sie den weiten Weg auf sich genommen und dieses Abenteuer mit mir gemeinsam erlebt hat. Danke Mama, es war sehr schön mit dir!

10.06. Brisbane Australien
10.06. Brisbane Australien

Am 11. Juni ging die Reise für meine Mama wieder zurück. Ich war traurig, dass unsere gemeinsame Zeit vorbei war, doch gleichzeitig freute ich mich unglaublich auf den nächsten Tag, an dem mein Freund in Brisbane landen würde.
Nur einen halben Tag war ich alleine in Brisbane. Im Hostel musste ich all meine Sachen waschen. Abends traf ich eine Freundin, die ich bei meinem ersten Besuch in Brisbane kennen gelernt hatte. Wir gingen zusammen essen und hatten uns einiges zu erzählen – immerhin hatten wir uns seit 3 Monaten nicht mehr gesehen.
Ich versuchte früh ins Bett zu gehen (was in einem Acht-Mann-Zimmer an einem Samstag fast unmöglich ist), da ich am nächsten Tag um 5.00 Uhr aufstehen und zum Flughafen musste.

Bildquellen: © Marlena Frei // Erstes Bild vom Panorama: © Gudellaphoto – fotolia.com

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