Neuseeland – Im Norden zwischen Kiwis und Kauribäumen

Neuseeland mit dem Rucksack entdecken - Reisebericht von Backpacker Christian

Auf die Reise nach Neuseeland hatte ich mich schon lange gefreut, denn im Fernsehen wurde immer wieder von der landschaftlichen Schönheit und den freundlichen Menschen berichtet. So erreichte ich nach einem fast 26-stündigen Flug Auckland, die größte Metropole des Landes, ziemlich erschöpft und ließ mich erst einmal für einige Tage hier nieder. Dann aber schnappte ich mir meinen Rucksack und machte mich mit dem Bus in den Norden der Nordinsel auf. Wundervolle Wasserfälle konnte ich in Whangarei sehen und kurze Zeit später sah ich in Kerikeri das Stone House, das älteste Steingebäude Neuseelands, das aus dem Jahr 1833 stammte. Hier blieb ich dann für einige Zeit, ließ mich in einer Unterkunft für Backpacker nieder und half auf einer umliegenden Farm bei der Kiwi-Ernte. So konnte ich meine Reisekasse etwas aufbessern und nach dem Besuch des Leuchtturms am Cape Reinga ging es an der Westküste zu den Kauribäumen. Dort war ich von Tane Mahuta beeindruckt, dem größten und mit 1.200 Jahren ältesten dieser Kauribäume. Zufrieden schlief ich noch eine Nacht in Dargaville und gelangte dann in die Mitte der Nordinsel, um in einer unwirklichen Vulkanlandschaft Frodo und dem Herrn der Ringe nachzuspüren.

Unterwegs im Land der Vulkane

Der Tongariro-Nationalpark in Neuseeland.
Der Tongariro-Nationalpark in Neuseeland.

Neuseeland ist ein seismisch sehr aktives Gebiet und so verwundert es nicht, dass man in der Mitte der Nordinsel den Tongariro Nationalpark findet, in dem sich drei zum Teil noch aktive Vulkane befinden. Bei den Ureinwohnern, den Maori, haben diese Berge eine ganz besondere Bedeutung und auch ich bestieg bei angenehmem Wetter den Mount Ngauruhoe. Der Aufstieg war zwar etwas beschwerlich, doch hinunter ging es auf dem losen Gestein fast wie auf Schienen. Einige Freunde waren hier sogar zu einer Rundwanderung aufgebrochen, an dessen Ende ein Bad in den warmen Quellen der Ketetahi Hot Springs wartete. Mich aber führte die Reise nach einem Abstecher an die Ostküste und dem Besuch von Napier und Wellington schließlich auf die Südinsel, die ich nach einer kurzen Fahrt mit dem Schiff erreichte.

Die Westküste der Südinsel – geheimnisvoll und faszinierend

Queenstown
Queenstown

War mir das Wetter bislang gewogen, so erwartete mich an der Westküste der Südinsel der typische Regen. Nachdem in Nelson noch Sonnenschein geherrscht hatte, schlug dies ab Greymouth ins Gegenteil um. Von jetzt an ging es meist von strömendem Regen begleitet durch eine geheimnisvolle Landschaft aus hohen Farnbäumen, die die Straße säumten. Nur noch vereinzelt kam ich an kleinen Ortschaften und an Farmen vorbei. Doch die Landschaft war faszinierend und immer wieder wurde der Blick auf den Ozean frei. Von einem Einheimischen erfuhr ich, dass vor einigen Jahren einmal ein Erdrutsch die Straße an der Westküste blockiert hätte, was Reisende dazu zwang, den Weg über die Ostküste zu nehmen, da es keine alternative Straße gab. Den Regen verfluchte ich zwar immer wieder, doch er führte zu einer grünen Landschaft, die so faszinierend war, wie ich es mir zuvor nicht hatte vorstellen können.

Im Fjordland Nationalpark auf Wanderrouten durch dichten Regenwald

Beeindruckende Natur im Fjordland Nationalpark.
Beeindruckende Natur im Fjordland Nationalpark.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Queenstown, der Spielwiese Neuseelands, ging es nach Te Anau ins Herz des größten Nationalparks, des Fjordland Nationalparks. Schon vorher hatte ich gelesen, dass man sich im Park nur noch mit dem Boot und zu Fuß fortbewegen konnte, und so wählte ich eine Kombination beider Elemente, fragte in der Backpacker-Unterkunft zwei Japaner und zu dritt machten wir uns auf den Weg zum Dusky Track. Es wurde das Abenteuer unseres Lebens. Nach einer kurzen Fahrt mit dem Boot ging es zu Fuß in die Berge, wo uns strömender Regen empfing. Die Schuhe waren ebenso klatschnass wie der Rest der Kleidung und so versuchten wir, alles am Feuer des Ofens zu trocknen. Doch zwei beschwerliche Tage später war so viel Regen gefallen, dass der letzte Kilometer auf dem Weg zu einer Hütte zu einer regelrechten Seenlandschaft geworden war. Da half nichts mehr, wir schulterten die Rucksäcke über den Kopf und wateten bis zur Brust durch das Wasser in die etwas höher liegende Hütte. Auch wenn es eine der schwersten Wanderungen war, so war es doch eine der schönsten, auf denen ich jemals war.

Bierprobe in Dunedin und die verspielte Banks Peninsula

Den Abschluss meiner Zeit in Neuseeland verbrachte ich zunächst in Dunedin, wo ich in der Speights Brauerei an einer geführten Tour durch die Fabrik mit abschließender Bierprobe teilnahm. Danach wurde ich von einigen Leuten, die ich unterwegs kennengelernt hatte, auf die Banks Peninsula in die Nähe von Akaroa eingeladen. Wir gingen abends mit dem Boot fischen, legten am Tag die Füße zur Entspannung hoch und für mich ging es dann von Christchurch wieder zurück nach Deutschland. Schade!

ZDF Videobeitrag über Neuseeland


Bildquellen: © Pixabay.com

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One Thought to “Neuseeland – Im Norden zwischen Kiwis und Kauribäumen”

  1. Sehr schön geschrieben, wie immer eigentlich.
    Kann man dich nur beneiden. Neuseeland ist schon klasse werde ich wohl auch mal besuchen.

    Grüße

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