EM-Austragungsort Nizza – Traditionsreiche Perle an der Côte d’Azur

Nizza - Perle an der Côte d'Azur

Nizza zieht nicht von ungefähr jährlich 3,5 Millionen Besucher an. Die Stadt mit den pastellfarbenen Häusern und verwinkelten Gassen ist ein Juwel an der südfranzösischen Mittelmeerküste. Neben Strand und Wasser hat sie viel sehenswerte Architektur und jede Menge tolle Museen zu bieten. Eine Metropole für alle Urlaubstypen.

Viele Menschen denken bei einer Städtereise nach Frankreich an Paris, doch die französische Stadt an der Côte d’Azur bietet noch einmal eine ganz andere Perspektive, um Frankreich kennen zu lernen. Nicht nur jetzt, wo bei unseren Nachbarn alles im Zeichen der Europameisterschaft steht, lohnt sich ein Abstecher nach Nizza.

Tourismus hat an der azurblauen Küste eine lange Tradition. Im 19. Jahrhundert zog es die gut betuchten Engländer von ihrer zwar mit reichlich Küste bedachten, aber dann doch viel zu kalten Insel ans herrlich warme Mittelmeer. Doch der raue Kieselstrand von Nizza war ihnen zu einfach und so baute die Stadt kurzerhand die Promenade des Anglais – die Promenade der Engländer.

Die Promenade ist das Herz der Stadt

Die sieben Kilometer lange Küstenstraße verhalf Nizza zu Weltruhm und dem Tourismus zum endgültigen Aufschwung. Die elegante Strandpromenade entlang der Baie des Anges ist mit Blumen und Palmen geschmückt. Am Rande der Promenade des Anglais kann man wunderschöne Prachtbauten aus dem Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert bestaunen. Rund herum entwickelten sich alle anderen Stadtviertel von Nizza.

Das berühmteste Gebäude an der 1824 eröffneten Promenade ist das Luxushotel Le Negresco. Die erste Adresse der knapp 350.000 einwohnerstarken Stadt wurde 1912 im Stil der Belle Époque eröffnet und gehört heute zu den Leading Hotels of the World. Das dazugehörige Gourmetrestaurant Le Chantecler nennt zwei Sterne sein Eigen und ist Pflicht für jeden Feinschmecker.

Modernere und günstigere Unterkünfte findet man im hippen Hafenviertel. Hier zeigt sich Nizza weniger mondän, dafür jung und aufgeschlossen. An jeder Ecke gibt es trendige Bistros, Cafés, Hotels und Läden. Und hier legen sie natürlich an, die Boote und Yachten der Lebenskünstler und Multimillionäre.

Nizzas Märkte inspirierten schon immer die Künstler

Zum Pflichtprogramm von Nizza gehören auch die bunten Märkte der Metropole. Sie sind vor allen für ihren Reichtum an kunterbunten Blumen berühmt. Ihr Duft und ihre Farben verbreiten eine ganz besondere Atmosphäre. Eine Aura, die seitjeher auch Künstler zu schätzen wissen. Henri Matisse widmete sich jahrelang der Stadt, genauso wie Marc Chagall.

Chagall fand auf den Märkten Motive für seine hochdotierten Bilder. In Nizza wurde er nicht nur inspiriert, sondern er malte hier auch viele seiner Werke. Heute sind über 400 davon im Musée Chagall zu sehen. Es ist die größte öffentlich gezeigte Chagall-Sammlung der Welt. Auch Matisse hat in Nizza sein eigenes Museum. Weitere empfehlenswerte Ausstellungshäuser sind

  • das Musée Massena, in dem die Geschichte der Stadt präsentiert wird,
  • das schon baulich auffällige Musée d’Art Moderne et d’Art Contemporain, das sich ganz der zeitgenössischen Kunst widmet,
  • das Musée des Beaux-Arts, das sich den schönen Künsten verpflichtet hat,
  • das Musée des Arts asiatiques mit 200 Exponenten asiatischer Kunst und
  • das Musée archéologique de Nice-Cimiez mit seinen archäologischen Ausgrabungsstätten.

Mehr als 2.000 Jahre alte Altstadt

Die fünftgrößte Stadt Frankreichs ist für ihr Mittelmeerklima berühmt – und für ihre mehr als 2.000 Jahre alte Altstadt. Mit ihren pastellfarbenen Häusern und verwinkelten Gassen ähnelt sie einer italienischen Kleinstadt. Das ist kein Zufall, liegt die Grenze zu Italien doch nur 30 Kilometer von Nizza entfernt. Mehr noch: Bis 1860 gehörte Nizza zum Königreich Sardinien. Das erklärt die italienische Lebensart, die sich in Nizza seit über 150 Jahren hält.

Architektonische Highlights von Nizza sind neben dem Rathaus der Justizpalast, welchen man über eine imposante neoklassizistische Treppe erreicht, und der Präfekturpalast, der im 17. Jahrhundert Sitz der Herzöge von Savoyen war. Die größte Kirche des Orts ist die Basilika Notre-Dame. Das gotische Gotteshaus wurde von 1864 bis 1868 auf Initiative des Bischofs Jean-Pierre Sola gebaut und beeindruckt, wie ihre große Schwester in Paris, mit zwei mächtigen Türmen.

Wie in Russland fühlt man sich beim Anblick der Kathedrale Saint-Nicolas. Die russisch-orthodoxe Kirche wurde im Auftrag von Zar Nikolaus II. erbaut und 1912 eingeweiht. Bereits im 19. Jahrhundert ließen sich zahlreiche Russen in Nizza und der Umgebung nieder. Die bunte Kirche mit lauter Türmen ist das wohl meistbesuchte Baudenkmal der der Mittelmeerstadt und gleichzeitig das Zentrum der großen russischen Gemeinde in Nizza.

Städtereise und Strandurlaub in einem

Den besten Überblick über die Stadt hat man vom Schlossberg, wo die Wiege Nizzas ist. Der knapp 100 Meter hohe Berg bietet ein grandioses 360-Grad-Panorama. Wessen Beine nach der Besichtigungstour Ermüdungserscheinungen zeigen, der begibt sich am besten zurück zum Place du Palais du Justice. Der mittelalterliche Platz am Präfekturpalast gehört zu den schönsten von Nizza. Seine vielen Straßencafés laden zum entspannten Verweilen unter schattenspendenden Sonnenschirmen ein.

Das tolle an Nizza ist natürlich, dass man hier einen kulturellen Städtetrip mit einem erholsamen Strandurlaub verbinden kann. Deshalb geht es nach der Erfrischung in der Innenstadt auch zu einem von Nizzas wunderschönen Stränden. Nahe der Altstadt liegt mit Opéra Plage einer der bekanntesten Strände der Stadt. Am Castel Plage gilt sehen und gesehen werden. Der In- und Partystrand ist vor allem abends die erste Anlaufstelle. Wer Lust auf Aktivitäten wie Tretbootfahren oder Wasserski hat, der geht zum Neptune Plage. Familien sind am kinderfreundlichen Bambou Plage gut aufgehoben. Hier gibt es neben Spielplätzen auch ein Schwimmbad.

Während der Fußball-Europameisterschaft 2016 ist natürlich auch Nizza Austragungsort. Diverse Gruppenspiele und das dritte Achtelfinale werden im Allianz Riviera-Stadion bestritten. Wer keine Tickets fürs Stadion ergattert hat, der macht es sich auf der UEFA Fan Zone bequem oder geht zum große Public Viewing im Théâtre du Verdure in der Innenstadt. Nizza ist somit die perfekte EM-Stadt, wenn man keine Lust auf Massentrubel in der Hauptstadt Paris hat.

PlatzStadtEinwohneranzahl (Metropolregion in Klammern)
1.Paris2,2 Mio. (12,4 Mio.)
2.Marseille855.000 (1,3 Mio.)
3.Lyon500.000 (2,2 Mio.)
4.Toulouse458.000 (1,3 Mio.)
5.Nizza342.000
6.Nantes292.000 (544.000)
7.Straßburg276.000
8.Montpellier272.000
9.Bordeaux244.000
10.Lille231.000 (1 Mio.)

Bildquelle: © Boris Stroujko – 371656303 / Shutterstock.com

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